By 18. September 2011 0 Comments Read More →

MexxBooks Newsletter #5

Liebe BuchClub-Mitglieder,

ein herzliches Willkommen in der Ausgabe #5 unseres MexxBooks Newsletters.

Es war eine interessante Woche, vor allem weil wir im MexxBooks Forum die Entwicklungen und Diskussionen um den „Deutschen Kindle“ beobachten durften. Ein paar unserer Mitglieder, allen voran Dietmar und Stefan, haben sich massiv engagiert, um andere Mitglieder dabei zu unterstützen, mittels „Jailbreaking“ des Kindle bzw. durch adaptierte Software zu einer deutschen Benutzerführung, ja sogar zu einer deutschen MexxBooks Kindle Edition zu kommen. Vielen Dank dafür.

Wir stellen heute auch ein neues, spannendes Konzept von Amazon vor: die Schnäppchenplattform AmazonLocal. Amazon will dabei die Schnäppchen in naher Zukunft und zumindest in den USA auch auf den Kindle senden. Das setzt voraus, dass der Leser einen Kindle 3G mit Special Offer hat und sich dafür registriert.

Als Thema haben wir für diese Ausgabe die Marktsituation bei den Tablet-PCs und den eBook Readern gewählt. Beide Marktsegmente wachsen sehr rasch wobei derzeit in den USA die eBook Reader die Nase deutlich vorne haben.

Auch präsentieren wir wieder einige Rezensionen unserer Buchclub-Mitglieder wobei wir diesmal Schwerpunkte auf Sci-Fi und Verschwörungstheorien gelegt haben. Daher stellen wir die Trilogie von John Scalzi vor und bringen auch ein kurzes Porträt des Autors aus dem Web bzw. aus der Blogosphäre. Darüber hinaus präsentieren wir Stefans Rezension von 11.9. – 10 Jahre danach. Einsturz eines Lügengebäudes. Diese Rezension bzw. die Besprechung in unserem Forum hat zu heftigen und teilweise sehr emotional geführten Diskussionen über das Wesen von Verschwörungstheorien geführt. Die Diskussion wurde hart geführt aber das gehört wohl dazu. Und natürlich geht weder die Mimi ohne Krimi ins Bett, noch machen wir einen Newsletter ohne Krimi-Rezension. Diesmal bringen wir zwei Rezensionen unseres Buchclub-Mitglieds Christiane – sie ist auch Kuratorin unserer Krimi-Kategorie in der MexxBooks Bibliothek – über Michael Robothams Todeskampf und Kalter Grund, den ersten Fall der Kommissarin Pia Korritki von Eva Almstädt.

Als Leseprobe haben wir uns diesmal für Charlotte Roches Schoßgebete entschieden. Es ist ein herrlich kontroversiell diskutiertes Buch, das der Verlag in vorbildlicher Weise beinahe zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe auch als eBook im Kindle-Shop angeboten hat. Auch in unserer MexxBooks Bibliothek ist das eBook natürlich vorhanden.

Wie immer hoffen wir, dass das Lesen unseres Newsletters viel Spaß macht und freuen uns über jedes Feedback, jede Kritik und jede Anregung.

Herzlichst,

Team MexxBooks

MexxPremium – Die Bibliothek [beta]


MexxPremium – wir haben lange daran gearbeitet und sind letzte Woche mit unserem Premiumprogramm online gegangen. Die Idee hinter diesem Programm ist es, unseren Premium-Mitgliedern in Zukunft spezielle Services anzubieten. In den ersten Tagen seither haben wir bereits die ersten Registrierungen wie auch unsern Buchbestand kräftig aufstocken können. Wir bieten unseren Mitgliedern auch die Möglichkeit, sich Bücher für unsere MexxBooks Bibliothek wünschen zu können, die dann durch uns besorgt werden.

Gegen eine Jahresgebühr von € 30 kann man für 12 Monate Teilhaber an MexxPremium werden und ohne weitere Kosten eBooks aus unserer Bibliothek herunterladen und lesen. Wir verwenden die Jahresgebühr, um weitere eBooks anzuschaffen. Insofern trägt jedes MexxPremium-Mitglied als Teilhaber zum Ausbau unserer Bibliothek bei und profitiert unmittelbar davon. Gemeinsames investieren und gemeinsam lesen, das ist das Motto unserer Bibliothek. Die Liste der jeweils aktuellen Titel in unserer Bibliothek findet sich auf unserer Seite hier: http://www.mexxbooks.com/registrierung-fur-mexxpremium/titel-unserer-bibliothek/.

Das Programm MexxPremium bzw. die Bibliothek sind derzeit noch in der Beta-Phase, daher halten wir die Anzahl der Mitglieder noch begrenzt. Wer sich registrieren will, der kann das über unsere WebSeite www.mexxbooks.com unter dem Menüpunkt MexxPremium machen.

Für Vielleser hat sich die Jahresgebühr wahrscheinlich schon nach den ersten Büchern gerechnet. Wer beispielsweise 10 Bücher pro Jahr liest, der wird in Abhängigkeit des konkreten Buchpreises wohl zwischen € 90 – 120 ausgeben. Insofern wäre dann schon eine Teilhaberschaft an der MexxBooks Bibliothek und das gemeinsame Lesen zu überlegen.

Ein weiterer Vorteil unserer Bibliothek ist, dass Bücher, die vielleicht noch nicht vorhanden aber von unseren Lesern gewünscht sind, auf unsere Kosten angeschafft werden. Die Verwaltung der MexxBooks Bibliothek wie auch die Betreuung der einzelnen Kategorien und die Anschaffung der Bücher erfolgt durch Kuratoren. Das sind Mitglieder unseres Buchclubs, die sich dankenswerter Weise bereit erklärt haben, bei uns aktiv mitzuarbeiten.

Wer noch mehr über unsere Bibliothek bzw. unser MexxPremium-Programm wissen will, der ist ganz herzlich eingeladen uns in unserem Bibliotheks-Forum zu besuchen.

KindleSphäre – Aus der Welt des Kindle


Gerüchte um eine eBook Flatrate

Amazon geht bekanntlich eigene Wege in der Buch- und Medienindustrie – und das zunehmend aggressiver und erfolgreicher. Alte Regeln und Rahmenbedingungen werden von Amazon auch gegen heftigsten Widerstand von Partnern konsequent verändert. Jetzt soll Amazon daran arbeiten, das im digitalen Musik- und Filmbereich bereits sehr erfolgreiche „Flatrate-Modell“ auch für eBooks einzuführen. Einem Zeitungsbericht zufolge verhandelt der US-Konzern Amazon mit Verlagen über ein Digitalbuch-Abo. Wer einmal zahlt, soll aus einem großen Angebot ältere Werke auswählen können – sollten sich Verlage darauf einlassen.

Neu ist das „Flatrate-Modell“ nicht, die US-amerikanische Netflix macht das schon seit Jahren so erfolgreich mit TV und Filmen, dass Amazon dieses Services abgekupfert hat und seit Februar 2011 im Rahmen seines Prime-Programms eine Online-Fernseh-Flatrate anbietet. Filme und Fernsehserienfolgen können in den USA von Amazon-Prime-Kunden gegen Bezahlung eines Jahresabos von US-$ 79 per Streaming am Computer, auf internetfähigen Fernsehern und mit speziellen Set-Top-Boxen und Blu-ray-Playern abgerufen werden. Ein ähnliches Angebot plant der Konzern nun auch für eBooks, berichtet das “Wall Street Journal”.

Das “Wall Street Journal” beruft sich auf mehrere, nicht namentlich zitierte Insider. Ihnen zufolge wirbt Amazon derzeit bei Verlagen um Lizenzen für das Angebot, bei dem Kunden gegen eine Monatsgebühr Zugriff auf eine virtuelle Bibliothek haben sollen. Amazon soll laut dem Bericht eine Flatrate für ältere Titel planen, von aktuellen Bestsellern ist nicht die Rede. Um Buchverlage für das Modell zu interessieren und sich einen nennenswerten Buchbestand zu sichern, soll Amazon bereit sein, beträchtliche Lizenzzahlungen zu leisten. Viele Verlagsvertreter sind jedoch skeptisch und fürchten deutliche Umsatzeinbrüche.

Einmalig ist die Idee einer Lese-Flatrate nicht. In Spanien versucht sich zum Beispiel das Unternehmen 24symbols an einer Digitalbuch-Flatrate.

Ein anderes Angebot, über das man sich mit virtuellem Lesestoff versorgen kann , bieten viele öffentliche Bibliotheken schon längst unter dem Dach der Onleihe. Hier kann man neben E-Books auch elektronische Zeitschriften und Zeitungen, Hörbücher, Musik und Videos ausleihen. Allerdings haben die Bibliotheken bei Digitalausgaben nur eine beschränkte Anzahl von Exemplaren im Angebot – auch Digitalbücher können vergriffen sein.

Der Deutsche Kindle

Der Kindle eBook Reader ist ein wirklich tolles Gerät und verschafft in Verbindung mit dem Amazon Kindle Shop und dem Whispernet ein völlig neues Lesegefühl. Als “alter” Vielleser füllen meine Bücher aus totem Holz viele Regale, und ich genieße ihren Anblick. Aber seit ich den Kindle vor knapp 3 Jahren kennengelernt habe, bin ich für das “reine” Lesen von weitgehend bildfreien Textbbüchern auf ihn umgestiegen. Neue Bücher werden, wann immer es möglich ist, als eBook angeschafft. Trotzdem stöbere ich noch immer furchtbar gerne in Buchhandlungen und Antiquariaten. Das eine schließt das andere nicht aus!

Seit Ende April 2011 hat zu meiner großen Freude auch der deutsche Amazon Kindle Shop geöffnet. Daher gibt es den Kindle eBook Reader nun auch in Deutschland aber halt “nur” mit einer englischen Benutzerführung. Das tut dem Lesevergnügen grundsätzlich keinen Abbruch, weil die Menüführung auch für Nutzer mit geringen Englisch-Kenntnissen intuitiv erfassbar ist. Insofern bin ich den Ansätzen, den Kindle mittels “Jailbreaking” und Software-Update “Deutsch” beizubringen bisher eher skeptisch gegenübergestanden aber ich muss jetzt meine Meinung ändern. Vor kurzem haben unsere Mitglieder Dietmar und Stefan die entsprechende Software produziert (Dietmar) bzw. ein Tutorial für die Installation einer deutschen Benutzeroberfläche (Stefan) herausgebracht. Letzteres machte es selbst für “Dummies” wie mich einfach, die deutsche Benutzerführung zu versuchen – und ich bin begeistert. Da kann man sich noch so oft einreden, dass man im Web kosmopolitisch und englisch lebt aber Muttersprache ist Muttersprache. Die Menüführung in Deutsch macht aus einem intuitiv zu bedienenden Kindle ein “idiotensicheres” Gerät. Und ja, das ist auch für mich wichtig

Hier ein paar Screenshots vom “Deutschen Kindle”:

Deutscher Kindle Deutsche Benutzerführung Kindle Deutsche Benutzerführung Kindle
Menüs Einstellungen Umlaute

Unser Mitglied Dietmar hat darüber hinaus aus der Deutschen Edition auch noch eine „MexxBooks Edition Deutsch“ gemacht indem er unseren Namenszug MexxBooks in einige Menüs eingebaut hat. Wir sind darauf stolz wie die Großen. Hier noch zwei Screenshots des deutschen MexxBooks Kindle:

MexxBooks Kindle Edition

MexxBooks am Kindle...

MexxBooks Kindle Edition

... und auch hier

Wer einen “Deutschen Kindle” von uns als “MexxBooks Edition Deutsch” erwerben will, der kann uns gerne per E-Mail kontaktieren. Wir wissen auf Grund konkreter Anfragen, dass die englische Benutzerführung viele Interessenten abschreckt. Da das “Jailbreaking” gegen die Gewährleistungsbedingungen von Amazon verstößt, würden wir im Schadensfall den Ersatz vornehmen und auch gegebenenfalls gegen einen unmodifizierten Original-Kindle umtauschen.

An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass es bei diesem “Jailbreaking” ausschließlich darum geht, die persönliche “Kindle-Erfahrung” für deutschsprachige Leser zu optimieren und damit den Kindle und Amazon noch attraktiver zu machen. Daher kann man diese Vorgangsweise meines Erachtens weder rechtlich noch moralisch bedenklich finden und lässt sich mit gutem Willen auch mit den Amazon Lizenz- und Nutzungsbedingungen für digitale Inhalte vereinbaren.

Vielen Dank an unsere Mitglieder für dieses Projekt und vor allem an Dietmar für seinen inspirierten Einsatz!

AmazonLocal – Schnäppchen kommen auf den Kindle

AmazonLocal

Amazon geht mit AmazonLocal in das trendige Revier der lokalen Schnäppchen und macht damit den Platzhirschen wie Groupon oder mydealz Konkurrenz. Dabei geht Amazon aber neue Kommunikations- und Werbewege, die anderen Anbietern nicht so einfach offenstehen.

Gestern hat Amazon eine entsprechende Presseerklärung herausgegeben und dabei auch angekündigt, dass man plant, die Schnäppchen-Informationen in Zukunft auch auf die Kindle’s zu liefern. Das setzt voraus, dass man einen der “Special Offer Kindles” in der 3G-Version hat. Diese “Kindle Special Offer eBook Editionen” sind derzeit die bestverkauften Produkte im Amazon-Portfolio und scheinen jetzt wirklich Sinn zu machen. Kleinanzeigen mit Sofortkaufmöglichkeit, wenn man sich auf AmazonLocal dafür registriert. Schon heute findet man unter „Menu“ bei den Special Offer-Kindles den Menupunkt „Special Offer“, was in unserer deutschen Benutzerführung als „Sonderangebote“ übersetzt wurde.

Ich finde diesen Ansatz schlicht genial. Dabei kann man, so geht auch der Presseerklärung hervor, den Gutschein für das jeweilige Schnäppchen direkt vom Kindle weg kaufen ohne irgendwelche Kreditkartendaten eingeben zu müssen. Offensichtlich wird das gleich über das Amazon-Konto abgerechnet. Der Gutschein kann direkt mit dem Kindle beim entsprechenden Anbieter eingelöst werden. Das stelle man sich so vor: Ich spaziere also mit meinem Kindle in ein Restaurant, das eine Schnäppchen-Mahlzeit anbietet, zeige meinen Kindle her, löse damit den Gutschein ein, genieße (hoffentlich) einen günstigen Lunch und lese dabei am Kindle ein entspannendes Buch.

In New York starten schon die ersten Schnäppchen-Aktionen über den Kindle, wie aus nachfolgendem Screenshot hervorgeht.

Damit eröffnet Amazon mit dem Kindle für sich ein neues Geschäftsfeld – das der Kleinanzeigenwerbung. Damit werden viele andere Medienanbieter so ihre Probleme haben. Mit geschätzten 30-40 Millionen Kindles bei den Lesern hat Amazon das derzeit wohl größte singuläre Medium. Man darf gespannt sein, wann AmazonLocal auch zu uns nach Europa kommt.

Thema: Die Entwicklung des Tablet- und eBook Marktes


Unsere Welt wird zunehmend mobil. Das Web und neue Mobiltechnologien wie Smartphones oder Tablet-PCs machen es möglich. Die Zahl der mobilen Web-Nutzer soll in den USA im Jahr 2015 bereits die Zahl der Festnetznutzer übersteigen, so die Marktforscher aus dem Hause IDC. Die IDC-Marktforscher prognostizieren ein jährliches Wachstum der mobilen Web-Nutzerzahlen von 16,6 Prozent pro Jahr zwischen 2010 und 2015. Zudem dürfte die Zahl der weltweiten Internet-Nutzer von zwei Milliarden Nutzer in 2010 auf 2,7 Milliarden Web-Nutzer in 2015 klettern – damit hätten dann 40 Prozent der Menschen auf der Welt einen Web-Zugang. Das globale Dorf könnte bald Wirklichkeit sein.

Entsprechend attraktiv sind für Medien- und Technologieanbieter natürlich die mobilen Marktsegmente. Der weltweite Tablet-Markt konnte beispielsweise im zweiten Quartal 2011 ein Wachstum von mehr als 300 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2010 aufweisen. Laut den jüngsten Zahlen von IDC wurden insgesamt 13,6 Millionen Geräte verkauft, das sind 88,9 Prozent mehr als zwischen Januar und März 2011. Das anhaltende Wachstum der flachen Computer veranlasste die Marktforscher von IDC ihre Jahresprognose für 2011 von ursprünglich 53,5 Millionen auf 62,5 Millionen verkaufte Stück anzuheben.

Die weltweiten Tablet-Verkäufe wurden IDC zufolge durch eine anhaltend hohe Nachfrage nach Apples iPad 2 befeuert, das 9,3 Millionen Mal verkauft wurde. Das entspricht einem beeindruckenden Marktanteil von 68,3 Prozent. Im ersten Quartal lag Apples Anteil „nur“ bei 65,7 Prozent. Research In Motion erreichte mit seinem Blackberry-Tablet Playbook einen Anteil von 4,9 Prozent. Android-basierte Tablets blieben hingegen unter dem Niveau des ersten Quartals. Ihr Anteil sank von 34 Prozent auf 26,8 Prozent. Im dritten Quartal werde Android nur noch auf 23 Prozent aller Tablets laufen, so IDC. Im vierten Quartal soll der Anteil dann wieder auf 25,9 Prozent steigen.

Der Ausverkauf von Hewlett-Packards Touchpad soll WebOS im dritten Quartal zu einem Marktanteil von 4,7 Prozent verhelfen. Insgesamt werde HP bis zum Jahresende fast eine Million Touchpads ausgeliefert haben, heißt es weiter in der Studie. Aufgrund der ungewissen Zukunft des Mobilbetriebssystems soll der Anteil im ersten Quartal 2012 wieder auf null zurückgehen.

IDC legte auch Zahlen für den eReader-Markt vor und auch in diesem Marktsegment sind die Ziffern ähnlich beeindruckend. Im Vergleich zum 2. Quartal 2010 betrug das Wachstum im zweiten Quartal des laufenden Jahres 167 Prozent. Mit einem Anteil von 51,7 Prozent führte Amazon den Markt erneut an, gefolgt von Barnes & Noble mit 21,2 Prozent. Auch hier führt die starke Nachfrage zu einer Revidierung der ursprünglichen Annahmen über die heurigen Verkaufszahlen. Demnach prognostiziert IDC bei den eReadern eine Verkaufszahl von 27 Millionen Geräten für 2011. Bisher waren die Experten von etwas über 16 Mio. für dieses Jahr ausgegangen.

Im direkten Vergleich sind die monofunktionalen eBook Reader sogar erfolgreicher als die multifunktionalen Tablet-PCs, zumindest in den USA, dem Mutterland der eBooks und Tablets. Dort haben laut einer Studie von Pew Research bereits 12 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner einen eBook Reader aber nur 8 Prozent haben einen Tablet-PC.

Tablets versus eBook Reader

Tablets versus eBook Reader

Interessant dabei ist auch, dass nach dieser Studie der Anteil der eBook-Besitzenden unter der spanischen Bevölkerung am häufigsten ist. Dieses Marktsegment will Amazon demnächst auch mit einem spanischsprachigen Kindle-Shop bedienen.

eReader werden aber nicht nur mehr verkauft, sie werden auch billiger. IDC davon aus, dass die Verkaufspreise für eReader mit dem üblichen Schwarz-Weiß-Display zum Weihnachtsgeschäft auf unter 100 Dollar sinken. Gleichzeitig erwarten die Marktbeobachter, dass das erwartete neue Tablet-Gerät von Amazon eher im Segment der eReader anzusiedeln sein wird und nicht als iPad-Konkurrenz auftritt. IDC erwartet, dass der Amazon-Tablet eine modifizierte Version von Googles Android-Betriebssystem erhält, die die Funktionalitäten des Gerätes stark mit dem Inhaltsangebot von Amazon verknüpft. Der Amazon-Tablet sei somit eher eine Konkurrenz für den Farbbildschirm-eReader Nook der Buchhandelskette Barnes & Noble. Wie der Branchendienst DigiTimes meldet, rechnet Amazon in konservativen Schätzungen mit 1,0 bis 1,2 Millionen verkauften Tablet PCs im dritten Quartal. Der Branchendienst beruft sich bei seinem Bericht auf Aussagen von Komponentenherstellern.

Vor allem im Segment der eReader sind die Zahlen von IDC aber mit sehr großer Vorsicht zu genießen. Immerhin veröffentlichen weder Amazon noch Barnes & Noble konkrete Verkaufszahlen für ihre Geräte. Die Verkaufs-Prognosen und Marktanteilszahlen sind also im eReader-Segment stets bloße Schätzungen.

Rezensionen unserer Mitglieder


Rezensionen sind natürlich das Herzstück unseres Buchclubs und wir arbeiten hart daran, dass unsere Rezensionsseite auf Amazon unter die Top-Rezensenten kommt. Wir wollen wissen, welche eBooks unseren Mitgliedern warum gefallen, um dies den anderen Mitgliedern mitzuteilen. Dabei wollen wir das Rad nicht nochmals erfinden, also nicht die hundertste oder tausendste Rezensions-Plattform machen. Vielmehr verlassen wir uns diesbezüglich auf Amazon und deren Rezensions-Gemeinschaft. Dort wollen wir andocken. Wir gehen aber davon aus, dass in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren eine Vielzahl neuer eBooks, Formate und Produkte rund um die Kindle-Plattform herauskommen werden und da wollen wir ganz vorne sein.

Wir wollen wissen, was nach Meinung unserer Mitglieder die besten eBooks in den diversen Genres sind, welche Hüllen am besten ankommen, welche eBook Reader und eBook Reader Apps warum ankommen oder auch nicht und vieles mehr. Gerade, wenn Vieles neu ist, dann haben Rezensionen einen unheimlichen Mehrwert, finden wir. Daher bitten wir um viele Rezensionen zu allen möglichen Aspekten des „neuen eBook-Lesens“. Die Rezensionen bitte einfach auf Amazon unter dem eigenen Amazon Account machen und, wenn es nicht zuviel verlangt ist, bitte erwähnen, dass man MexxBooks Buchclub-Mitglied ist. Wir werden diese Rezension im Gegenzug sehr gerne auf www.mexxbooks.com, in unserem Newsletter bzw. über unsere Facebook- und Twitter-Kanäle mit entsprechender Namensnennung und Links publizieren. Hier die Rezensionen für unsere Ausgabe #5.

11.9. – 10 Jahre danach: Einsturz eines Lügengebäudes

Von Christian C. Walther und Mathias Bröckers

Das Buch hat mit heiklem Thema jedenfalls eine Chance verdient

Eine Rezension unseres Buchclub-Mietglieds Stefan

911Als langjähriger selbsternannter Skeptiker der 9/11 Verschwörungstheorie habe ich mir zum zehnten Jahrestag etwas Frisches erhofft. Wer sich zuvor schon gründlich mit dem bekannten Themen beschäftigt hat, der wird nichts neues finden. Alte Fakten in anderer Schreibweise. Für Einsteiger aber nahezu sehr gut geeignet.

9/11 wurde schnell zur bedeutendsten Verschwörungstheorie der Welt und es gibt Millionen von Anhängern sowie Zweiflern. Die wirklich wahre Geschichte wird wohl nie jemand so richtig kennen, doch man kann nah an dieser Wahrheit herankommen. Das der offizielle 9/11 Commissions Report eine Blamage der US Regierung ist, voller Fehler, ignorierter Zeugenaussagen und manipulativen Einträgen ist bereits bekannt. Doch gibt es selbst jene, die dies bestätigen, doch eine Verschwörung ausschließen. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Ich bin überzeugt von der Inside Theorie, denn die klaren Fakten und Teilbeweise darf man nicht leugnen. Und Fakten sind keine Mutmaßungen.

Jedoch muss man nicht alles glauben und einige Themen innerhalb der Verschwörungstheorien sind tatsächlich Mutmaßungen und Behauptungen ohne festen Grund. “DIE” Verschwörungstheorie hingegen ist das Ergebnis von vielen Personen und Recherchen rund um das Thema 9/11 – Einen Urheber gibt es nicht – Der Commissions Report aber stammt aus einer einzigen Quelle (wobei man anmerken muss, dass es keine eine Verschwörungstheorie gibt, sondern viele zusammen ein Gesamtbild ergeben).

Die einzelnen Kapitel sind spannend aufgeteilt und mit guten Sarkasmus ausgeschmückt. Von der CIA, zu Al-Quaida über Mossad und “Schuldigen” werden die interessantesten Themen rund um 9/11 dargestellt. Die Zusammenhänge sind klar gegliedert und wirklich gut recherchiert aus den original Quellen. Ein ziemlich umfassendes Quellenverzeichnis ist am Ende des Buches aufgelistet. Und dies dann sogar noch aus deutscher Feder.

Ich kann nur darum bitten, dass man sich einfach mal mit der Inside-Job Theorie beschäftigt und nicht im Vorfeld bereits sagt: Schwachsinn! Und wenn man dann immer noch nicht überzeugt ist, dann ist es auch in Ordnung. Jedoch sollte besonders solch ein Thema eine Chance bekommen und nicht abgewedelt werden.

Und wenn ich für das, an was ich glaube und für den Kampf um die Wahrheit als Verschwörungsspinner bezeichnet werde, dann bin ich gerne ein Verschwörungsspinner.

Stefan für MexxBooks

Das Buch hat, wie von Stefan vermutet eine heftige und emotional geladene Debatte in unserem Forum verursacht. Hier ein paar Auszüge:

„Ach wie schön ist es seine Zeit bei Verschwörungstheorien zu verschwenden. Wenn man es umkehrt, wird ein wunderschöner, nein eigentlich ein hässlicher Schuh daraus. Da war dieses entsetzliche Attentat und das konnte man prima instrumentalisieren um seine Absichten umzusetzen. Der Mensch scheint Religion, Überirdisches oder Verschwörungstheorien zu brauchen, um sich entrüsten, gruseln und aufregen zu können. Ach, es ist ja sooooo geil auf die Bösen Verschwörer zu schimpfen. PS Nur weil man sich intensiv mit einer Sache beschäftigt hat, muss man keine höheren Einsichten haben. Oder glaubt ihr, die Fundamentalisten, die jeden Satz ihres Glaubensbuches herbeten können, haben nur deshalb Recht, weil sie es besser können als andere Menschen ? Ich bin nicht davon überzeugt. Die Logik der Argumentation ist durchbrochen von Behauptungen, daher nicht zwingend. Wenn man eine Verschwörungstheorie ernst nehmen will, muss man alles daran setzen, zu beweisen, dass sie falsch ist. Wenn das misslingt, steigt ihre Wahrscheinlichkeit der Theorie ein wenig. (wissenschaftlicher Ansatz, schließlich handelt es sich um eine solche) Also wo bleiben die Wissenden und suchenden Skeptiker.“

„Ich denke, dass es sich bei *allen* uns bekannten Versionen um Verschwörungstheorien handelt. Was offiziell verlautbart wird, entspricht ebenso wenig dem tatsächlichen Ablauf des Geschehens, wie die zahlreichen späteren Versionen. Hier wird einer (existierenden?) Gruppe namens Al Qaida die Schuld in die Schuhe geschoben, dort der Bush-Regierung, der CIA oder anderen Organisationen.

Da keine der Seiten ihre Version beweisen kann, wird es für die nächsten 50 bis 100 Jahre jeweils zum Jahrestag ein Fest für Verleger, Autoren und Buchhändler geben Wer u viel Zeit zur Verfügung hat, mag sich für die eine oder andere Seite engagieren. Für mich reicht es – aufgrund der zahllosen Lücken in allen Argumentationsketten und wegen der Nichtnachweisbarkeit des einen oder anderen Plots – anzunehmen, dass wir die volle Wahrheit nie wissen werden.“

„Ich stimme Andreas 100% zu. Ich glaube nicht, dass das, was die amerikanische Regierung erzählt hat, wahr ist, dafür gibt es viel zu viele Ungereimtheiten. Aber auch die Verschwörungstheoretiker haben wahrscheinlich nicht, oder nur teilweise recht. Vielleicht ist alles auf eine Art und Weise abgelaufen, die niemand vermutet. Die Wahrheit kennt wahrscheinlich nur eine Handvoll Menschen. Bleibt zu hoffen, dass einer von diesen Menschen irgendwann auspackt… Aber auch dann wäre die Frage, ob man dem Glauben schenken kann. Allerdings lassen sich die Ereignisse natürlich ganz hervorragend von allen möglichen Seiten instrumentalisieren. Zum Beispiel wenn man einen Grund für einen Krieg sucht…“

Trilogie von John Scalzi

Krieg der Klone

Geisterbrigaden

Die letzte Kolonie

von Michael Szameit

Eine fantastische Sci-Fi Trilogie für Einsteiger und Fans

Eine Rezension unseres Buchclub-Mitglieds Klaus

Krieg der KloneEigentlich bin ich ein Newbie, wenn es um SciFi-Literatur geht und habe mir Krieg der Klone bzw. die gesamte Trilogie von Scalzi als guten Einstieg empfehlen lassen. Tatsächlich hat mich die Geschichte vom ersten bis zum letzten Satz fasziniert, und es mir ermöglicht, das Buch in knapp 24 Stunden fast durchzulesen.

Die fesselnden Elemente sind sowohl der Plot wie auch der spannungserhaltende Erzählstil, der auch mit Humor und Ironie gewürzt ist. Die Idee, dass man den Geist von alten Menschen in ihre jungen Klone steckt ist zwar nicht wirklich neu aber in Verbindung mit dem Aspekt, dass diese Klone als Soldaten einer Universums-Truppe kämpfen hat was. Der Autor verknüpft auf gekonnte Weise die “alte” Geschichte der Menschen mit den “jungen” Aspekten der Klone. Alter Geist in jungen, besseren Körpern. Die Erfahrung und Erinnerungen der Alten wiedergeboren in jungen und genetisch modifizierten Klonen. Daneben gibt es neben diesen “naturgeborenen” Klonen auch welche, die ohne Geist und Bewusstsein von “alten” Menschen gemacht wurden. Es sind Klone ohne Erinnerung und Sozialisierung und daher bestes Kampffutter, mag man meinen.

In der zukünftigen oder vorgestellten Welt des Autors Scalzi ist die Menschheit in ständigen Kampf mit Aliens um neue Planeten und neue Territorien. Es ist ein relativ düsteres Szenario, das aber dank der Erzählkunst trotzdem gut zu lesen ist, einen “konstruktiven” Geist rund um die Hauptfigur John Perry vermittelt und dabei auch noch einen Hauch Sozialkritik einfließen lässt. Ich habe nach den Krieg der Klone dann auch noch die beiden anderen Teile der Trilogie von Scalzi gelesen.

GeisterbrigadenBereits der erste Teil dieser Trilogie (Krieg der Klone) von Scalzi hat mich fasziniert. Eine Geschichte um eine mögliche zukünftige Welt, in der es ständig Krieg mit Aliens um neue Planeten und Territorien gibt und wo die Erde von der Menschheit selbst bereits als sterbender Planet bzw. als “menschliche Ressourcenbasis” für Klone gesehen wird.

In Geisterbrigaden taucht ein neuer Hauptdarsteller auf wobei sich die Verknüpfung zum ersten Band durch die weibliche Protagonistin Jane Sagan ergibt. Inhaltlich geht es um einen scheinbaren Verräter an der Menschheit, einen genialen Klontechniker, der sich in den Dienst einer Alien-Allianz gegen die Menschheit stellt. Die Suche nach dem Klontechniker wird getragen von seinem Klon, der allerdings neben dem Bewusstsein des “alten” Klontechnikers auch eine eigene Persönlichkeit entwickelt und damit eine interessant dargelegte Schizophrenie entwickeln muss. Im Zuge der Erzählung muss man das Verräterimage jedoch zusehends hinterfragen. Scalzi geht mit einer aggressiven Menschheit durchaus hart ins Gericht und übt dabei entsprechende Sozialkritik. Es geht dabei auch um die soziale Rolle der Klone in der vorgestellten Gesellschaft.

Das Ende war mir etwas zu anthropozentrisch aber dennoch eine gute Auflösung des Plots. Insofern war ich wirklich begeistert und stürzte mit auf den dritten Teil “Die verlorene Kolonie”. Die Trilogie ist eine unbedingte Empfehlung für Einsteiger in das Thema Sci-Fi bzw. auch für Leser, die sich nicht zu weit in die Fantasie vorwagen wollen.

Die letzte KolonieEs ist dies der letzte Teil einer Trilogie und daher sollte man die beiden ersten Teile “Der Krieg der Klone” und “Geisterbrigaden” unbedingt gelesen haben. Es fehlen einem ansonsten wohl viele Anknüpfungspunkte und das würde das Lesevergnügen mindern.

Im letzten Teil Die letzte Kolonie betritt wieder John Perry, der Protagonist aus dem ersten Teil die erzählerische Bühne. Er hat seinen Dienst als “Kriegs-Klon” absolviert und befindet sich mittlerweile als Verwalter auf einem der Planeten der Menschheit. Das Interessante an dieser Figur John Perry ist u.a. die Beziehung zu seiner Frau Jane Sagan, die aus Genen seiner verstorbenen Frau gemacht wurde, zwar ohne deren Bewusstsein aber doch in Aussehen und Verhalten ähnlich. Abgerundet wird das Ensemble noch durch die Tochter des angeblichen Verräters aus dem zweiten Teil, die von Perry und Jane adoptiert wurde.

Es geht wieder um den Kampf zwischen Menschheit und Aliens wobei diesmal eine Art “Vereinte Nationen” zum Kampf gegen die viel zu aggressive Menschheit aufruft. Die Menschheit hält dagegen und über viele Intrigen und politische Winkelzüge hinweg entwickelt sich der Plot. Hier wurden wohl Anleihen aus dem Verhältnis der USA zu den Vereinten Nationen genommen. Dieses sozialkritische Faden zieht sich durch das ganze Buch.

Insgesamt ein guter Abschluss einer exzellenten Trilogie aber für sich genommen der schwächste Teil davon. Sowohl vom Plot als auch vom Stil. Hier dürfte, so mein Eindruck, Scalzi etwas die Kraft ausgegangen sein. Aber nur etwas!

Kalter Grund:Kommissarin Pia Korittkis erster Fall

von Eva Almstädt

Eine Rezension unseres Buchclub-Mitglieds Christiane

Kalter Grund ist der erste “Pia-Korittki-Fall” – und ein versprechender Auftakt, der Lust auf weitere Fälle macht!

Pia Korittki hat gerade ihre neue Stelle in der Lübecker Mordkommission angetreten. Durch ihre Kollegen wird ihr mehr oder weniger offene Ablehnung entgegen gebracht und so ist auch ihr Kollege Marten Unruh alles andere als begeistert, dass er gemeinsam mit Pia Korittki in Grevendorf, einer 1000-Seelen-Gemeinde nach einem mysteriösen Dreifachmord ermitteln muss. Ein erfahrener und männlicher Kollege wäre ihm deutlich lieber. Doch Pia Korittkis Ehrgeiz ist angestachelt und sie will beweisen, dass sie ihre neue Stelle aus gutem Grund bekommen hat.

In Grevendorf sind drei Menschen, Vater, Mutter und Sohn, ermordet worden. Schnell wird klar, dass die Familie im Dorf alles andere als beliebt war und eigentlich fast jeder einen Grund hatte, zumindest einem der drei Opfer den Tod zu wünschen. Das kleine Dorf zeigt sich zudem ziemlich verschlossen und lange gelingt es Korittki und Unruh nicht, die Hintergründe der Morde zu durchdringen. Zudem scheint ihnen der Mörder immer einen Schritt voraus zu sein. Hilflos müssen sie einen weiteren Mord und das Verschwinden eines jungen Mädchens mit ansehen.

Hartnäckig und mit Ermittlungsmethoden, die bei ihrem Kollegen nicht immer auf Gegenliebe stoßen, tastet Pia Korittki sich Schritt für Schritt vor. Dabei bringt sie sich gegen Ende des Buches selbst in große Gefahr, denn der Mörder hat es auch auf sie abgesehen…

Eva Almstädt gelingt es sehr gut, die verschiedenen Charaktere authentisch zu beschreiben. Und auch die die düstere Atmosphäre des Dorfes war regelrecht greifbar.

Während des Lesens tappt man zudem genauso lange wie Pia Korittki im Dunkeln, wer der Mörder wahr. Meiner Meinung nach ist Eva Almstädt hier ein unerwartetes Ende gelungen.

Ich bin gespannt auf den zweiten Fall – und darauf, wie es mit Pia Korittki und ihrem ja eigentlich doch sympathischen Kollegen Marten Unruh weiter geht!

Christiane für MexxBooks

Todeskampf

Von Michael Robotham

Eine Rezension unseres Buchclub-Mitglieds Christiane

Adrenalin pur

Todeskampf gehört zu den Büchern, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe dieses Buch wirklich verschlungen, da ich immer wissen wollte – nein wissen musste – wie es weiter geht.

Die Geschichte um Detective Constable Alisha Barba ist durchaus komplex und man muss schon aufpassen, nichts zu verpassen. Ich empfinde dies aber durchaus als positiv, da ich als Leser auch zum Mitdenken gefordert werden will.

Inhaltlich sei nicht zu viel verraten, ich finde es aber auch aufgrund der Vielschichtigkeit der Geschichte schwierig, sie in wenigen Sätzen zusammen zu fassen. Michael Robotham ist hier definitiv eine fesselnde Geschichte gelungen, in der sich immer neue Schauplätze auftun und in der Alisha Barba in immer dunklere Verstrickungen eintaucht.
Alisha Barba ist eine sehr sympathische Hauptfigur und ich habe stets mit ihr gefiebert. Schön sind auch die Episoden über ihre große indische Familie mit ihrer stets besorgten Mutter und dem notorisch faulen Bruder. Es gibt auch eine kleine Liebesgeschichte (mit schönem Ende!), die aber immer nur am Rande der Haupterzählung auftaucht und daher den Fluss der Handlung absolut nicht stört. Im Gegenteil, auch hier war ich stets gespannt, wie es mit ihr und “New Boy Dave” weiter gehen wird.

Ich empfehle Todeskampf absolut weiter und bin gespannt auf mehr Geschichten von Alisha Barba!

Christiane für MexxBooks

Meinungen zu Michael Robotham:

„[...] den Thriller hat Robotham nicht neu erfunden. [...] Robothams Romane verdanken ihre Spannung jedoch der Erzählweise. Er erzählt nämlich nicht einfach nur eine Geschichte, sondern seine Figuren erzählen ihre Geschichte. [...] Es sind die vielen kleinen Details, mit denen dieser Autor seine Figuren liebevoll ausstattet. Dabei geht er keineswegs liebevoll mit ihnen um, sondern mutet ihnen eine ganze Menge zu. Doch so erwachen die Figuren vor den Augen des Lesers zum Leben, er lebt und leidet mit ihnen – und sieht deshalb gerne einmal über den konventionellen Plot hinweg.“

Marcel Feige in seiner Rezension über Michael Robotham, 31. Mai 2011

Adrenalin pustet den Kopf durch. Im United Kingdom gilt Michael Robotham als neuer Thrillerstar. Zu Recht. In glanzvollen Dialogen drillt er die alte Geschichte vom Mann, der seine Unschuld beweisen muss, indem er den Schuldigen fängt, neu: als die des Psychotherapeuten, der seine professionellen Vorurteile ablegen muss – oder kaputt geht.“

Volker Ullrich in Die Zeit, 24. August 2006

„Michael Robothams Debütthriller “Adrenalin” ist durchweg gelungen und weist einen großen Unterhaltungswert auf. Die Mischung aus Spannung, dem schwarzen Humor des Ich-Erzählers und satter Ironie geben dem Krimi eine besondere Note. Der britische [sic] Autor fesselt mit seiner Geschichte, seinem Schreibstil und seinen überaus überzeugenden Charakteren von der ersten bis zur letzten Seite, obwohl das Finale dann doch etwas enttäuscht.“

Buchkritik von Bettina Schwoch auf RP Online, 7. Juli 2005

„Der australische Autor Michael Robotham ist superschlau, ein Meister in der Kunst, aussichtslose Situationen zu entwerfen. Sein zweites Buch ist vertrackt, romantisch, Thrill pur.“

Tobias Gohlis über Amnesie in Die Zeit, 10. Februar 2005

Autoren-Porträt: John Scalzi – ein Autor aus dem Web

John Scalzi (* 10.05.1969, Kalifornien) begann seine Karriere in der Blogger-Szene. “Krieg der Klone” (im Original: “Old Man’s War”) erschien bereits 2002 in Fortsetzungen im Blog seiner Website, bis Patrick Nielsen Hayden, Senior Editor von Tor Books, auf ihn aufmerksam wurde. Womit dieser ein ausgezeichnetes Gespür bewiesen hat:

Bekannt wurde er durch seinen für den Hugo Award nominierten Science-Fiction Roman Krieg der Klone (Old man’s war), erschienen 2007 im Heyne-Verlag. Darüber hinaus hat er eine Anzahl Sachbücher verfasst, von denen Your Hate Mail Will Be Graded: Selected Writing, 1998–2008 mit einem Hugo Award ausgezeichnet wurde (2009).

1987 ging er mit dem Blogger Josh Marshall in die High School. Nach einem Pensum an den Webb Schools of California besuchte er die University of Chicago. Dort ging er in dieselbe Klasse wie der Dramatiker und Pulitzer-Preis-Gewinner David Auburn und hatte für kurze Zeit Saul Bellow als akademischen Betreuer.

Nach seinem Abschluss 1991 arbeitete Scalzi als Filmkritiker für die Zeitung Fresno Bee, worauf er schließlich Humor-Kolumnist wurde. Ab 1996 war er Texter und Redakteur bei AOL, wofür er nach Sterling, Virginia umzog. Seit 1998 ist er selbstständiger Schriftsteller und Autor. Scalzi lebt heute mit seiner Frau und einer Tochter in Bradford, Ohio. 2009 gab er bekannt, für die neue TV-Serie Stargate Universe als Berater tätig zu werden.

Im August 2006 wurde John Scalzi mit dem John W. Campbell Best New Writer Award als bester neuer Science Fiction-Autor ausgezeichnet. Im Mai 2010 wurde Scalzi als Präsident der Science Fiction and Fantasy Writers of America gewählt.

Krieg der Klone war Scalzis erster Roman, der veröffentlicht wurde (Januar 2005, Tor Books). Darin werden 75-jährige Bewohner der Erde für die Verteidigung der Weltraum-Kolonien rekrutiert. Ähnlichkeiten zu Robert A. Heinleins Starship Troopers bestätigt Scalzi im Anhang der englischen Ausgabe. Das Buch wurde erst nach einem Online-Debüt herausgegeben; Scalzi hatte im Dezember 2002 periodisch Teile des Buchs veröffentlicht, worauf ein Angebot des Verlags Tor Books zur Veröffentlichung als Buch folgte. Die Hardcover-Ausgabe des Buches erschien im Januar 2005. Krieg der Klone wurde im März 2006 für den Hugo Award for Best Novel nominiert, ebenso wie die im selben Universum angesiedelten Romane Die letzte Kolonie im März 2008 und Zwischen den Sternen im März 2009.

Der deutsche Schriftsteller und Publizist Karsten Kruschel über Androidenträume: “John Scalzi ist bereits in seinen ‘Krieg der Klone’-Büchern nicht nur mit einer sehr eigen(willig)en Version der militärischen Hard-SF aufgefallen, sondern auch durch einen ausgeprägten Humor, dem herrlich wenig heilig zu sein scheint. In seinem neuen Roman ‘Androidenträume’ fallen auch die letzten Hemmungen, und Scalzi brennt ein Feuerwerk von Gags ab. Das fängt schon mit dem Titel an, der auf den berühmten Roman von Philip K. Dick verweist, aber ganz etwas anderes meint.” “Die technoiden und völlig unpassenden Cover-Illustrationen der anderen Scalzi-Bücher werden auch bei den ‘Androidenträumen’ fortgeführt: Das angreifende Raumschiff auf dem Umschlag dieses Buches ist allerdings, wenn man das Buch dann kennt, einfach nur ärgerlich. Ein unschuldiges Foto von einem freundlich dreinblickenden Schaf wäre viel passender gewesen. Das Buch zu lesen, um herauszufinden, wieso, ist durchaus eine gute Idee. Unterhaltsam, stellenweise richtig lustig, und in den Action-Szenen gibt’s das obligatorische Kampfbeschreibungs-Futter für Military-SF-Freunde. Alle anderen gehen dabei in den schnellen Vorlauf, um wieder zu den bissigen Dialogen zu kommen. Nur sollte man keine scharfgezeichneten Charaktere oder plastischen Figuren erwarten. Schräge Ideen und Spaß, das schon.”

Angelesen: Schoßgebete von Charlotte Roche


SchossgebeteCharlotte Roches neues Buch “Schoßgebete” (Piper, 288 Seiten, 16,99 Euro) ist seit August verfügbar und wurde vom Verlag dankenswerterweise auch gleich in der Kindle Edition publiziert. 2008 hatte Roche mit “Feuchtgebiete” einen Skandalroman geschrieben, der sich zwei Millionen mal verkaufte. In ihrem neuen, wieder heftig diskutierten, Roman, der offen autobiographisch ist, erzählt sie von einer 30-jährigen Frau, die gerne eine tolle Mutter, Liebhaberin, Ehefrau und Umweltschützerin wäre und permanent gegen ihre Ängste, Depressionen und die Erinnerungen an den grausamen Unfalltod ihrer drei Brüder kämpft – mit Hilfe ihrer Therapeutin und vor allem mit Sex. Die Süddeutsche meinte dazu: „Charlotte Roches zweiter Roman “Schoßgebete” leidet an der konsequenten Verwirrung der Verhältnisse zwischen Autorin und Erzählerin. Noch schlimmer: Er lebt von der Lüge der rettenden Sexualität.“

Schoßgebete- Leseprobe

Wie immer vor dem Sex haben wir beide Heizdecken im Bett eine halbe Stunde vorher angemacht. Mein Mann hat ganz hochwertige Heizdecken gekauft, die reichen auf beiden Seiten vom Scheitel bis zur Sohle. Für mich muss man da etwas mehr investieren. Ich habe wahnsinnige Angst, dass so ein Ding anfängt zu glühen und ich nach dem Einschlafen bei lebendigem Leibe verbrenne oder am Rauch ersticke. Unsere Heizdecken schalten sich angeblich nach einer Stunde automatisch ab. Wir legen uns in das vierzig Grad warme Bett nebeneinander hin und starren an die Decke. Der Körper entspannt sich in der Wärme. Ich fange da schon an, tief zu atmen, und grinse in mich rein, in erregter Vorfreude. Dann drehe ich mich um und küsse ihn, meine Hand fährt sofort in seine XXL-Yogahose. Kein Reißverschluss oder so, wo sich Haare oder Vorhaut verfangen könnten. Erst fasse ich seinen Schwanz nicht an, sondern rutsche weiter in die Hose zu den Eiern. Die halte ich wie einen Beutel voll Gold und wiege sie leicht in der Hand. Ab hier betrüge ich meine männerhassende Mutter. Die hat versucht mir beizubringen, dass Sex etwas Schlechtes ist. Hat bei mir aber nicht gewirkt.

Tief einatmen und ausatmen. Das ist der einzige Moment am Tag, wo ich richtig durchatme. Sonst hab ich nur flache Schnappatmung. Immer auf der Lauer, immer kontrolliert, immer aufs Schlimmste gefasst. Beim Sex verändere ich komplett meine Persönlichkeit. Meine Therapeutin Frau Drescher meint, ich würde mich unbewusst abspalten, weil meine feministische Mutter mich zum asexuellen Wesen erziehen wollte.

Und nur um sie nicht zu verraten, müsste ich im Bett jemand anderer werden. Das funktioniert sehr gut. Dann bin ich völlig frei. Mir ist nichts peinlich. Die Geilheit auf zwei Beinen. Ich fühle mich dann nicht mehr wie ein Mensch, eher wie ein Tier. Ich vergesse alle Pflichten und Probleme, bin nur mein Körper und nicht mehr mein anstrengender Geist. Ich rutsche langsam mit dem Gesicht in seinen Schritt. Und rieche seinen männlichen Geruch. Ich finde, der ist nicht sehr weit weg vom weiblichen.

Wenn er sich nicht direkt vorm Sex geduscht hat, und wann macht man das schon, wenn man so lange zusammen ist wie wir, hat der eine oder andere Urintropfen schon angefangen zu gären zwischen Eichel und Vorhaut. Es riecht wie die Küche meiner Oma, nachdem sie auf dem Gasherd Fisch gebraten hat. Augen zu und durch. Es ekelt mich ein wenig, gleichzeitig aber erregt mich dieser Ekel. Wenn ich schnell alles sauber gelutscht hab, riecht da nichts mehr. Wie eine Kuh ihr Kalb sauber leckt. Ich vergrabe mein Gesicht schnuppernd im weichen Hodensack, reibe meine Wange den hochgestreckten Schaft entlang. Steif wird er schon beim Küssen auf den Mund. Mein Mann Georg ist viel älter als ich, bin mal gespannt, wie lange das noch so gut funktioniert mit der Erektion. Ich küsse die Leisten, oder wie das heißt, wo die Beine am Rumpf festgewachsen sind. Spätestens da höre ich ihn leicht stöhnen und nach mehr verlangen. Im Moment geht es nur ums Bedienen. Ich überlege genau, welchen Rhythmus was haben muss, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Erst mal nur ärgern.

Bei den Leisten bleiben, die Eier immer noch fest mit der Hand umschlossen. Vom Küssen langsam ins Lecken übergehen. Ich mache laute Schmatzgeräusche, damit er nicht nur fühlt, sondern auch hört, was ich da mache. Unter dem Sack ertaste ich die Verlängerung des Schwellkörpers, der bis zum Damm geht.

Sagt man beim Mann überhaupt Damm ? Dort ist eine Linie zu erkennen, die aussieht wie zusammengewachsene Schamlippen, ja, ja, alles das Gleiche. Eigentlich befriedige ich ihn, wie ich es gerne mag, ich stelle mir vor, er hätte eine Vagina. Nur eben so lang gezogen und rausstehend, weit rausstehend! Ich drücke fester auf den Sack und massiere den Schwellkörper dahinter.

Damit ich auch was davon habe, reibe ich meine Vagina an seinem Knie. Wenn ich etwas den Rücken wölbe, passt das zentimetergenau. Von den Leisten wandert meine Zunge langsam rüber zum Schaft. Ich lecke ihn komplett feucht und atme darauf, damit er an den feuchten Stellen die Kühle spürt. Vom Schaft drücke ich meine Zunge runter zu den Eiern. Ich sauge beide Eier in den Mund und spiel mit ihnen rum. Ich habe gelernt, dass ich drauf achten muss, dass sich die Hodenleiter nicht verdrehen.

Hab ich schon mal gemacht bei ihm, hat ihm sehr wehgetan! Unter dem Sack massiere ich mit der Zunge den Damm und lasse etwas Spucke für meinen Finger am Poloch. Ich mache meine Zunge ganz fest und spitz und fahre mit ihr von unten über den Damm und die Hodenhaut zwischen die Eier bis ganz nach oben zur Eichel und reibe zugleich mit dem Zeigefinger langsam um die Rosette. Ich mache meine Lippen und die Eichel vorher mit Spucke nass. Wenn ich anfange, an der Eichel zu saugen, öffne ich die Lippen nur ein kleines bisschen, damit es schön eng ist für ihn. Und lasse nur die Spitze der Eichel rein und wieder raus. Rein und wieder raus. Rein und wieder raus.

Rein und wieder raus. Ich lasse immer weiter Spucke nachlaufen.

Das habe ich bei irgendeinem Mann früher gelernt: dass es wehtut, wenn es trocken wird und reibt. Ich nehme den Schwanz immer tiefer in den Mund. Beim Runterschieben umschließe ich mit engen Lippen komplett den ganzen Schwanz. Beim Hochgehen sauge ich noch dran. Durch den Unterdruck schnalzt es, wenn ich oben angekommen bin. Mit dem Mund nehme ich immer die Vorhaut mit hoch, über die Eichel.

Die Zunge drehe ich jetzt immer im Kreis drum herum. Die Eichel beult von innen meine Wange. In Pornofilmen reißen die Frauen den Männern immer mit der Hand die Vorhaut vor und zurück. Vor allem das Zurückreißen geht für meinen Mann gar nicht. Ihm tut das richtig weh. Keine Ahnung, warum die so was in Pornofilmen trotzdem immer zeigen. Ich habe mal in einem Sexbuch gelesen, dass die Frau auch lieber, wenn sie es ihm mit der Hand macht, die linke nehmen soll, wenn sie Rechtshänderin ist. Weil man dann nicht zu feste zugreift und mehr Gefühl in die Sache legen kann.

Leider kann ich nicht wie die Frauen im Pornofilm diesen Trick mit dem ganz Reinstecken, also am Kotzezäpfchen vorbei. Hab mehrmals fast gekotzt und es dann schnell wieder drangegeben.

Man muss ja nicht alles nachmachen von Pornofilmen! Auch habe ich schon oft im Leben versucht zu schlucken. Klappt auch nicht bei mir. Finde den Geschmack und die Konsistenz hinten im Rachen beim Schlucken so ekelhaft, dass ich es einfach nicht runterkriege. Ich hab dann ganz starken Würgereiz, klingt auch nicht gerade angenehm für den Mann. Nur mit riesiger schauspielerischer Leistung wäre das zu bewerkstelligen, finde ich zu anstrengend. Würde ich bei einem One-Night-Stand wahrscheinlich hinkriegen, aber meinen Mann kann ich so nicht verarschen. Der weiß ja, dass ich das hasse, also will er auch nicht, dass ich das mache. Das Einzige, was ich leisten kann : Er kommt in meinem Mund, aber ich drücke mit der Zunge das schießende Sperma wieder raus. Manchmal brauchen der Mund und das Kiefergelenk eine Pause, dann nehme ich den nass gelutschten Schwanz in die Hand und ziehe die Vorhaut vorsichtig immer wieder nach oben über die Eichel. Da wär ich jetzt selber nicht drauf gekommen.

Ich habe aber mal meinen Mann, als wir zusammenkamen, darum gebeten, sich selbst zu befriedigen. Wenn man frisch zusammen ist, macht man ja noch so lustige Sachen. Und hab mir dann davon ganz viel abgeguckt. Im Laufe der Zeit habe ich dann festgestellt, je näher ich mit meinen Händen und Füßen seiner Selbstbefriedigung komme, umso besser für ihn. Gegen jahrzehntelange Sexsozialisation kommt man mit eigenen Ideen nicht an. Also besteht meine Herausforderung darin, so nah wie möglich an seine Selbstbefriedigung zu kommen, mit mehr Mitteln natürlich. Er kann nur die Hand einsetzen. Ich : Zunge, Mund und und und. Wenn ich mit der Hand weitermache, hebe ich den Sack an in Richtung Schwanz, während ich mit der anderen Hand Richtung Eichel reibe. Sodass er das Gefühl hat, dass ich alles fest umschlossen habe.

Mittlerweile liegt er da wie ein Käfer auf dem Rücken und gibt sich mir vollkommen hin. Breitbeinig, die Arme von sich gestreckt, die Augen verdreht, wie in Trance. Ich habe ein starkes Machtgefühl, wenn er da so liegt. Ich könnte ihm die Kehle durchschneiden, und er würde es noch nicht mal bemerken. Zwischendurch falle ich immer wieder aus der Rolle der Sexdienerin raus und betrachte die Szene wie eine Außenstehende.

Dann muss ich kurz schmunzeln, weil es alles lustig erscheint, was wir da machen. Das wische ich aber schnell wieder weg und mache mit dem gebotenen Ernst weiter.

Meistens fangen wir so an, dass einer den anderen bedient. Wenn wir in der 69er-Stellung was machen, stellen wir immer wieder fest : Ist zwar schön, wenn man so genau die Teile alle sieht, man ist aber vom Bedienen so abgelenkt, dass man nicht mehr richtig annehmen kann. Entweder oder ! Nicht, dass wir da je offen drüber gesprochen haben. Das ergibt sich wortlos.

Unsere Sexverständigung. Während ich bediene, achte ich immer darauf, dass ich mich auch irgendwo reiben kann, weil er ja sonst meilenweit voraus ist in seiner Geilheit und ich dann mühevoll hinterherhinke. Während ich meinem Kiefergelenk die Pause gönne und mit vollem Einsatz beider Hände die ganze verfügbare Haut auf- und abschiebe, sitze ich mit meiner Vagina breitbeinig auf seinem Oberschenkel und sau da alles ein. Wir steigern uns jedes Mal in einen richtigen Rausch rein, mich macht das sehr stolz, was ich so alles kann mit meinem Mann.

Außer der Heizdecke muss aber für mich immer noch eine Maßnahme getroffen werden. Ich habe unglaubliche Angst, dass mich unsere Nachbarn beim Sex hören könnten. Also gehört es zum Vorspiel dazu, dass alle Türen und Fenster geschlossen sind. Nur dann kann ich absolut locker sein. Ganz selten ist es vorgekommen, dass ich mich auf meinen Mann verlassen habe und er doch ein Fenster vergessen hat. Wenn ich das nach dem ganzen Sexgeschrei feststelle, werde ich ganz rot vor Scham. Und es ist auch eine volle Belästigung für die Nachbarn.

Für diese Einstellung werde ich ständig von meinem Mann verarscht. Therapeutisch betrachtet, ist es aber für ihn sehr einfach, diese Rolle einzunehmen, weil er sich ja drauf verlassen kann, dass ich die Verklemmte von uns beiden bin. Jeder nimmt die Rolle in der Partnerschaft ein, die noch frei ist. Ich belege die der Panischen, Zwanghaften, Schamhaften. Dann kann er der Lockere und Exhibitionistische sein. Ich achte ja für ihn darauf, dass ihn keiner hört. Ich schließe Fenster, Türen und Gardinen. Manchmal gehe ich im Dunkeln im Bademantel vors Haus, sage ihm, er soll sich auf dem Bett räkeln, mit Licht an, damit ich draußen testen kann, ob man reingucken kann.

Manchmal kommen mir unsere Gardinen nämlich zu dünn vor. Sie sind aus Kravattenseide, braunes Paisleymuster.

Im Winter reicht uns manchmal die Heizdecke nicht aus, sodass wir als zusätzliche Wärmequelle in unserem Kellerloch seine Infrarot-Rückenschmerz-Lampe nehmen, ein ganz großes, breites, teures Modell. Und wenn wir dann so rot angeleuchtet werden wie in einem Schaufenster in Amsterdam, mache ich mir sehr große Sorgen, dass die Seidengardine für Vorbeigehende zwei schwitzende, ineinander verkeilte Köper preisgibt. Er weiß, dass ich einen Ratsch im Kappes habe, wie wir sagen. Ich muss von draußen kontrollieren, ob man uns bei diesen Lichtverhältnissen sehen kann. Wie oft im Leben ich schon festgestellt habe, dass Menschen sich offensichtlich gar keine Gedanken machen, was deren 100-Watt-Birne für Schattenspiele an die Fenster wirft. Ein gesunder Mensch würde sich ja eventuell freuen, einer Frau dabei zugucken zu dürfen, wie sie sich entkleidet.

Pressestimmen zu Schoßgebete:

»Eine ehrliche, differenzierte und packende Auseinandersetzung mit der Frage, was eine gute Ehe ausmacht … ›Schoßgebete‹ wird jene, die den Bestseller ›Feuchtgebiete‹ als Schocker ablehnten, positiv überraschen und die Fans des früheren Buches nicht enttäuschen … Wer geglaubt hat, sie könne nur provozieren, aber nicht schreiben, wird staunen … ›Schoßgebete‹ will keine stilistische Meisterleistung sein, sondern seine Leser erreichen. Dass die Anliegen des Romans mit entwaffnender Einfachheit vorgetragen werden, sollte niemanden über deren Komplexität und Relevanz hinwegtäuschen. Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben, das uns weit über die Lektüre hinaus bewegt und beschäftigt. Das lässt sich von manch einem literarischen Meisterwerk nicht sagen.« FAZ

»Natürlich hat Charlotte Roche nicht die Sprache, mit der Jean Genet oder Josef Winkler über den Zusammenhang von Sex und Tod schreiben. Doch es gibt in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur keinen Autor, der so anschaulich und letztlich liebevoll über Sex schreiben kann … Die umgangssprachliche Lässigkeit ihrer Rollenprosa setzt sie dabei mit hoher Präzision ein … Nach diesem verflixten zweiten Buch muss Roche niemandem mehr etwas beweisen – höchstens, ob sie, wenn sie denn weiterschreiben will, in der Lage ist, auch einen nichtautobiografischen Stoff zu bewältigen.« Der Tagesspiegel »Wer den erwachsenen Nachfolger der ›Feuchtgebiete‹ erwartete, wird enttäuscht sein, im positiven Sinn … So ist Sex für die Protagonistin vor allem die Flucht vor den Dämonen im Kopf – aber keinesfalls der Grund, warum Roche ihr zweites und wesentlich reiferes Buch verfasst hat.« Abendzeitung »… ein verstörend schonungsloses Buch. (…) Das Buch der erst 33- Jährigen ist überraschend lebensweise. Bittere Wahrheiten und saftige Stellen im Wechsel. Manchmal könnte man das Buch sogar für den Beginn einer neuen sexuellen Revolution halten.« Stern »Mit ›Schoßgebete‹ hat Roche einen erstaunlich konservativen Sexroman geschrieben … ›Feuchtgebiete‹ hatte etwas Pubertäres, ›Schoßgebete‹ ist ein erwachsenes Buch, das der klassischen Tragödiendefinition gerecht wird, ›Furcht und Mitleid‹ zu erregen.« Die Zeit

»Aber das Buch ist kein Roman. Es ist ein Manifest. Es richtet sich hauptsächlich an Frauen und fordert sie auf: Befreit euch von falschen Idealen! Und vor allem: Geh in Therapie!« NZZ am Sonntag

»Weshalb die ›Schoßgebete‹ mehr sind als eine Fortsetzung der ›Feuchtgebiete‹, weshalb sie ein ernst zu nehmendes, heutiges Buch sind, liegt an Roches Fähigkeit, das eigentliche Drama, das hinter dem Alltagsfilm läuft, einzublenden.« Deutschlandradio Kultur »Mit gnadenloser Genauigkeit schildert sie Schock, Schmerz, ihre Lust, Mitleid und – angesichts der Zudringlichkeit von Boulevardmedien – ihre Rachephantasien und Selbstmordpläne. Das Buch wird zu einem Seelenstriptease von beängstigender Radikalität. ›Schreiben‹, sagte der große Dramatiker Henrik Ibsen einmal, ›heißt Gerichtstag halten über sich selbst.‹ In diesem Sinne ist Roches Roman ein erschütternder Beitrag zur Bekenntnisliteratur.« Focus

About the Author:

Ich blogge seit vielen Jahren, lese noch viel länger und bin ein großer Fan der neuen Medien in Sachen Lesen. Seit 2009 beschäftige ich mich mit E-Books und eReadern bzw deren Möglichkeiten.

Post a Comment